Den Titel eindrucksvoll verteidigt – Deutsche Meisterschaft 2018

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Da ich ja schon viele Glückwünsche erhalten habe von euch, möchte ich heute ein paar Zeilen schreiben. Vorher war es mir nicht möglich, da ich unter vielen Eindrücken stand, die ich echt erstmal verarbeiten musste. Meine liebe Bryana ist samstags morgens gestorben, völlig unerwartet. Kurz bevor wir ins Fährtengelände abfahren wollten, kam die Nachricht von zu Hause… Es war einfach nur schrecklich. Die Trauer um meine treue Hündin hat mich fast umgehauen.Sie hat sich einen bösen Virus eingefangen, der gerade umgeht, deshalb ging alles so schnell. Sabrina, unsere Tochter hat das alles hautnah miterlebt und Janni später mit ihren Freunden beerdigt. Das Schlimme für mich ist, dass ich einfach nicht da war 😥
Anfangs habe ich nicht gedacht, dass ich einfach die Prüfung führen kann, aber später, als ich auch noch eine der letzten Fährten gelost hatte, war ich gefasst und Escada und ich sind für Bryana in die Prüfung gegangen! Die ganze Veranstaltung war für mich unglaublich emotional. Viele Sportsfreunde darunter gestandene Männer haben mit mir um meinen Hund geweint. Das hat gut getan… Irgendwann nach der zweiten Fährte habe ich dann kapiert, dass ich den Titel gewonnen habe! Langsam konnte ich mich auch darüber freuen und war stolz auf meine Escada, die ihren Titel vom Vorjahr verteidigen konnte😍

Aufgrund einer herausragenden Gesamtleistung an beiden Wettkampftagen sowie der besten Einzelfährte konnten Sabine Keßler und Escada vom Hohenloher Land ihren Titel aus dem Vorjahr eindrucksvoll verteidigen. Mit nur einem Punkt Rückstand wurde Kerstin Jordan mit Amy vom Dunklen Turm Vizemeisterin. Volker Schwarz und Draxler vom Küstennebel sicherten sich dank einer zweitbesten Einzelfährte den Bronzerang.

Starker Auftakt am Samstag
Die Meisterschaft begann am Samstag für Sabine Keßler zunächst mit einem Schock. Aus der Heimat ereilte sie die Nachricht vom plötzlichen Tod ihrer Hündin Bryana vom Hohenloher Land. Sabine war kurz davor zur Prüfung nicht mehr anzutreten und abzureisen, blieb dann aber doch. Es sollte sich lohnen.

Schon am 1. Fährtentag hatten beide Leistungsrichter, Manuela Dossinger und Günther Hadel, gleich 11 Wertungen ab 90 Punkten vergeben können. Dabei hatten Kerstin Jordan mit Amy vom Dunklen Turm und Heiko Drechsler mit Frizi ex Canis Lupus mit 97 und 96 Punkten die Messlatte für die Nachfolgenden gleich auf die Höhen gelegt, die letztlich für einen Podestplatz nötig sind.
Als Letzte ihrer Gruppe starteten Sabine Keßler und Escada vom Hohenloher Land. Das Team setzte mit einer vozüglichen 99-Punkte-Fährte ein dickes Ausrufungszeichen. Fred Hahn und Fenja vom Bergischen Löwen blieben dem führenden Dreigestirn mit 95 Punkten dicht auf den Fersen.

2. Fährtentag: Das Tableau wird neu gemischt
Gleich zu Beginn schob sich Brigitte Pauget mit Aleka von den Füchsen mit einer 95er-Fährte und gesamt 188 Punkten in den Favoritenkreis. Dicht gefolgt von Sonja von Aschen und Morro aus dem Emsland mit nun 187 Punkten. Bis zum jeweils 6. Starter jeder Gruppe änderte sich an der Reihenfolge nichts. Viele Teilnehmer mit 90er-Erstfährten konnten ihre Leistung vom Vortag nicht wiederholen und fielen im Gesamtklassement zurück. Nicht so Kerstin Jordan mit Amy vom Dunklen Turm und Volker Schwarz mit Draxler vom Küstennebel. Beide schlossen ihre 2. Fährte mit hervorragenden 98 Punkten ab. Kerstin und Amy setzten sich mit 195 Punkten an die Spitze, gefolgt von Volker und Draxler mit 188 Punkten und der besseren Einzelfährte gegenüber der punktgleichen Brigitte Pauget. Der Gegenangriff blieb jedoch nicht aus. Sabine Keßler und ihre Escada blieben zwar mit 97 Punkten 2 Zähler hinter ihrem Vortagesergebnis. Die beiden übernahmen aber jetzt mit insgesamt 196 Punkten die Tabellenführung und gaben sie bis zum Schluss nicht mehr ab.

Der Olympische Gedanke zählt
Pech für Jörg Schwädas und Ambos vom Alten Pütt. Mit einer 90er-Fährte vom Samstag lagen die beiden aussichtsreich im Rennen um einen der Podestplätze. Leider hatte Ambos am Sonntag nicht seinen besten Tag und verlor sich in der Verleitung. Die Prüfung stand kurz vor dem Abbruch als er doch noch in die Fährte zurückfand. Ambos wollte aber wohl nur noch zum Ende kommen, überlief die letzten 3 Gegenstände und warf das Team mit einer 67er-Wertung und gesamt 157 Punkten weit zurück. Heiko Drechsler mit Fritzi ex Canis Lupus, nach dem 1. Fährtentag noch auf Platz 3, ging als Letzter an den Start. Leider konnte das Team den Heimvorteil nicht nutzen und fiel mit einer 85er-Wertung und insgesamt 181 Punkten auf Rang 8 zurück.

„Diese FH-DM war ein Erfolg!“
Peter Thome bei der Siegerehrung
Ein langer Weg zum „Auswärtsspiel“. Das Organisationsteam der Landesgruppe Oldenburg-Niedersachsen war gezwungen die heimischen Gefilde zur Ausrichtung der FH-DM in Richtung Sachsen-Anhalt zu verlassen. Geeignetes Fährtengelände für 2×18 Prüfungen plus 2×2 Ersatzfährten ist in unserem niedersächsischen Wirkungsbereich kaum zu finden. Das Team hatte sich deshalb schon frühzeitig die Mitarbeit von Heiko Drechsler gesichert. Heiko wohnt in Niederndodeleben, einem Ort in der Magdeburger Börde, umgeben von weitläufigen Agrarflächen. Dank seiner guten Kontakte zu den ortsansässigen Landwirten und Jagdpächtern konnte er für adäquates Prüfungsgelände sorgen. Dafür gebührt Heiko unser ausdrücklicher Dank. „Diese Deutsche Meisterschaft des RZV für Fährtenhunde war ein Erfolg.“ In seiner Ansprache zur Siegerehrung drückte RZV-Präsident Peter Thome der ausrichtenden Landesgruppe Oldenburg-Niedersachsen hierfür seinen Dank aus. Prüfungsleiter Anno Reifenrath hob besonders die Leistung der Fährten- und Verleitungsleger hervor, die an beiden Tagen einen ausgezeichneten Job gemacht hatten. Sein Dank galt auch den beiden Leistungsrichtern, Manuela Dossinger und Günther Hadel. Unter großem Beifall aller Anwesenden nahm Anno anschließend die Siegerehrung vor. Mit dem knappst möglichen Vorsprung von nur einem Punkt ging Sabine Keßler mit Escada vom Hohenloher Land als Gesamtsiegerin aus den Wettbewerben hervor. Neben dem Pokal für die beste Einzelfährte dürfen Sabine und Escada als Titelverteidigerinnen auch den Wanderpokal für die Deutsche Meisterin für Fährtenhunde wieder mit nach Hause nehmen.
Herzlichen Glückwunsch, das war ganz großer Hundesport!

Quelle: https://www.olnds.hovawart.org
Bericht: Wolfgang Jünkersfeld
Fotos: Helga Jünkersfeld

By | 2018-10-26T07:15:48+00:00 Oktober 26th, 2018|Allgemein|0 Comments

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