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Zu Besuch bei Sabine Keßler in Geißelhardt: Sie errang bei der Deutschen Meisterschaft für Fährtenhunde 2017 mit Escada und Bryanna den ersten und zweiten Platz.
Sabine Keßler und ihre Hündin Escada stehen auf dem Feld beim Abgangsstock. Gleich macht sich die ausgebildete Vierbeinerin auf die Suche nach den versteckten Dingen.  Foto:  Maya Peters

Mit kräftigem, dunklem Gebell begrüßen fünf große und lebhafte Hunde die Besucher. „Obwohl sie Familienhunde sind, wurden unsere Hovawarte alle zu Schutz- und Fährtenhunden nach der Gebrauchshundeprüfung IPO 3 ausgebildet“, erzählt Sabine Keßler. Am 1,80 Meter hohen Zaun rund ums Grundstück am Ortsrand von Geißelhardt hängen deshalb Warnschilder.

Keßler legt auf dem Feld vor dem Haus eine Übungsfährte für die sechs Jahre alte Hündin Escada, die amtierende Deutsche Meisterin für Fährtenhunde. Dafür rammt Keßler den sogenannten „Abgangsstock“, eine angespitzte Holzlatte, ins Feld. Eine Weile tritt sie rundherum ins Gras, dann geht sie mit trampelnden Schritten im Bogen und ums Eck weiter. Mehrere Gegenstände lässt Keßler dabei ins zerfurchte Feld fallen – und einige Leckereien. Die gilt es zu finden. „Das ist nur ein Bruchteil dessen, was Escada sonst leisten muss“, betont sie. Aber so könne man sich vorstellen, wie die Arbeit aussehe. Rund eine halbe Stunde muss ihr Hund warten, bis er los darf.

Strenge Prüfungsordnung

Bei einer Meisterschaft gebe es keine Motivationshappen, erläutert Sabine Keßler die Wettkampfbedingungen. Die Prüfungsordnung regele alle Anforderungen an die „Gebrauchshunde“. Auf den Befehl „Such!“ müssen die Hunde mit dem Kopf nach unten eine drei Stunden alte Fährte in offenem Gelände finden. Am Geschirr sei eine zehn Meter lange Schleppleine. Jeder Blick nach oben, jeder Tapser daneben oder auf einen der sieben zu findenden Gegenstände führe zu Abzügen. Selbst lobende Worte seien auf der etwa 1800 Schritt langen und komplizierten Wettkampffährte nicht erlaubt. Bei der Deutschen Meisterschaft in Hessen sei zudem das Gelände schwierig gewesen, extrem nass und mit Wildschweinaufbrüchen. Besonders herausfordernd sei es, dass die Wettkampfteilnehmer an zwei aufeinanderfolgenden Tagen Fährten suchen müssen.

Pokale stehen in Vitrinen

Die 58-jährige Hundesportlerin hat bereits mehrere Vitrinen und Regale voller Pokale. Und doch sei der letzte Wettkampf besonders gewesen: Keßler startete mit ihren zwei selbstgezogenen Hündinnen, Bryana und Escada vom Hohenloher Land. Sie sind Mutter und Tochter. Die Ältere errang 189 Punkte